
Wer heute eine neue Heizung einbaut, schaut meist zuerst auf den Anschaffungspreis. Öl und Gas sehen da günstig aus. Die gemeinnützige Energieberatung CO2online hat nachgerechnet, was über die Lebensdauer wirklich zusammenkommt, und das Ergebnis dreht das Bild um: Über 20 Jahre kostet eine Öl- oder Gasheizung bis zu 42.000 Euro mehr als eine Wärmepumpe. Der niedrige Einstiegspreis ist also nicht der günstige, sondern der teure Weg.
Ich sehe das in der Beratung jeden Tag. Die Frage ist selten „Was kostet der Einbau?", sondern sollte lauten „Was kostet mich das Heizen in den nächsten 20 Jahren?". Genau da setzt die CO2online-Rechnung an, und genau da entscheidet sich, ob eine Wärmepumpe ihr Versprechen hält. Denn die niedrigen Betriebskosten kommen nicht von allein. Sie hängen davon ab, ob die Anlage sauber ausgelegt ist. Hydraulik vor Hardware, wie wir hier immer sagen.
Vertiefende Informationen finden Sie unter Wärmepumpe im Altbau richtig auslegen.
Was die CO2online-Rechnung konkret zeigt
CO2online hat die Heizkosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche über den Zeitraum 2026 bis 2045 hochgerechnet. Grundlage sind der aktuelle Heizspiegel und die Energiepreisannahmen des Umweltbundesamtes. Die Zahlen für die nächsten 20 Jahre:
| Heizsystem | Heizkosten 2026 bis 2045 |
|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | rund 24.500 € |
| Gasheizung | rund 55.600 € |
| Ölheizung | rund 67.200 € |
Gegenüber der Wärmepumpe liegt die Gasheizung also rund 31.000 Euro höher, die Ölheizung sogar rund 42.000 Euro. „Zu oft liegt bei der Heizungswahl der Fokus auf den Anschaffungskosten", sagt CO2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. Entscheidend seien die Gesamtkosten über die Lebensdauer. „Unsere Berechnung zeigt, dass fossile Heizungen für Haushalte zur Kostenfalle werden."
Warum Öl und Gas immer teurer werden
Der Abstand wächst aus drei Richtungen: Der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe steigt Jahr für Jahr weiter. Dazu kommen höhere Netzkosten. Und ab 2029 sieht die Regierung eine stufenweise Beimischung biogener Brennstoffe für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen vor, die sogenannte Bio-Treppe. Heißt: Eine heute eingebaute Gasheizung darf in einigen Jahren nicht mehr mit reinem Erdgas laufen, sondern muss einen wachsenden Anteil Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder Wasserstoff verbrennen.
Die Bio-Treppe schützt nicht vor steigenden Kosten
Genau diese Beimischung macht das fossile Heizen laut CO2online noch teurer, weil Brennstoffe wie Biomethan, Wasserstoff und Bio-Heizöl teuer und nur begrenzt verfügbar sind. In der Rechnung steigen die Kosten einer Gasheizung im betrachteten Zeitraum dadurch auf 65.100 Euro mit Biomethan und auf 66.500 Euro mit Wasserstoff. Für Bio-Heizöl liegen noch keine belastbaren Langfristdaten vor, CO2online rechnet aber auch hier mit Mehrkosten gegenüber klassischem Heizöl.
Der Punkt, den viele übersehen: Wer auf eine fossile Heizung setzt, weil sie heute billiger ist, kauft sich damit kein stabiles System. Er bindet sich an einen Brennstoffmarkt, der politisch und preislich genau in die andere Richtung läuft.
Warum die Wärmepumpe stabiler liegt, und wovon die 24.500 Euro abhängen
Die Wärmepumpe arbeitet laut CO2online deutlich effizienter als eine fossile Heizung, und ihre Kosten entwickeln sich spürbar stabiler. Sie zieht Strom statt Brennstoff, und ein großer Teil der eingesetzten Energie kommt kostenlos aus der Umgebungsluft. Auch Fernwärme schneidet in der Prognose vergleichsweise stabil ab. Pelletheizungen bleiben günstiger als Öl und Gas, werden langfristig aber ebenfalls teurer als die Wärmepumpe.
Jetzt der ehrliche Teil, den eine reine Kostentabelle nicht zeigt: Die rund 24.500 Euro sind kein Selbstläufer. Sie gelten für eine Wärmepumpe, die effizient läuft, also mit niedriger Vorlauftemperatur und einer guten Jahresarbeitszahl. Die Jahresarbeitszahl sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom macht. Bei einer sauber geplanten Anlage sind das gut das Drei- bis Vierfache. Bei einer schlecht eingebundenen Anlage kippt dieses Verhältnis, und dann steigt der Stromverbrauch genau so, wie es Skeptiker der Wärmepumpe immer vorhersagen.
Passend dazu: hohe Jahresarbeitszahl.
Deshalb entscheidet nicht das Typenschild der Wärmepumpe über Ihre Heizkosten, sondern die Hydraulik dahinter: richtige Auslegung, niedrige Vorlauftemperatur, ein schlank dimensionierter Pufferspeicher statt überflüssiger Speichermasse. Genau das prüfen wir vor jeder Empfehlung. Die 24.500 Euro aus der Rechnung sind erreichbar. Aber nur, wenn die Anlage für genau Ihr Haus durchgerechnet wird und nicht als Eins-zu-eins-Ersatz für den alten Kessel daneben gestellt wird.

Was bleibt nach Förderung übrig?
Die CO2online-Zahlen betreffen die laufenden Heizkosten. Bei der Anschaffung kommt die staatliche Förderung dazu, und die schließt einen großen Teil der Lücke zwischen Wärmepumpe und neuer Gasheizung. Über die KfW-Heizungsförderung sind beim Tausch einer alten Heizung gegen eine Wärmepumpe möglich:
- 30 % Grundförderung für jede Eigentümerin und jeden Eigentümer
- 20 % Klimageschwindigkeitsbonus für selbstnutzende Eigentümer, die eine alte Öl-, Gas- oder Kohleheizung austauschen
- 5 % Effizienzbonus, etwa bei einer Wärmepumpe mit dem natürlichen Kältemittel R290
- 30 % Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von höchstens 40.000 Euro im Jahr (Nachweis über den Steuerbescheid)
Das macht für die meisten Selbstnutzer 55 % und mit dem Einkommensbonus bis zu 70 %, gedeckelt bei 70 % je Wohneinheit. Bei einem Einfamilienhaus liegen die förderfähigen Höchstkosten bei 30.000 Euro. Wer nüchtern rechnet, vergleicht den Eigenanteil der Wärmepumpe nicht mit „nichts tun", sondern mit dem, was eine neue Gasheizung ohnehin kosten würde. Gegen diese realistische Alternative gerechnet, holt die Wärmepumpe über die Betriebskosten das Mehrgeld wieder herein, und ab da spart sie jedes Jahr.
Was heißt das für Ihre Heizungsentscheidung?
Die CO2online-Prognose ist eine Modellrechnung. Politische Rahmenbedingungen und globale Entwicklungen können die tatsächlichen Kosten verschieben, das schreibt die Energieberatung selbst dazu. Die Richtung ist trotzdem klar: Fossile Brennstoffe werden teurer, die Wärmepumpe liegt stabiler, und der Vorsprung beim Einstiegspreis von Öl und Gas schmilzt über die Jahre weg.
Was sich daraus für Ihr Haus ergibt, hängt von Ihrem Verbrauch, Ihrem Heizsystem und Ihrer Förderfähigkeit ab. Genau das rechnen wir in einer kostenlosen Analyse für Sie durch, ehrlich und mit Ihren Zahlen. Wenn die Wärmepumpe bei Ihnen nicht aufgeht, sagen wir das auch.
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Mehr zum Thema: Was kostet eine Wärmepumpe?, Wärmepumpe gegen Gas: bis zu 41 % günstiger heizen und KfW-Förderung für die Wärmepumpe.
Datengrundlage: Heizkostenprognose der gemeinnützigen Energieberatung CO2online (2026), berechnet auf Basis des aktuellen Heizspiegels und der Energiepreisannahmen des Umweltbundesamtes für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche. Förderangaben nach der KfW-Heizungsförderung; maßgeblich sind die geltenden KfW-Richtlinien.

Stefan Kathmeyer
Wärmepumpen Spezialist
sk@waermepumpe-installateur.de
Beitrag erstellt am 05.06.2026
Beitrag bearbeitet am 09.06.2026