Heizkosten 2025–2035: Warum Wärmepumpen zur wirtschaftlichsten Heizlösung werden
Während der erste Schnee fällt und die Temperaturen sinken, rückt in vielen Haushalten eine Frage wieder in den Mittelpunkt: Wie teuer wird das Heizen in diesem Winter – und in den kommenden Jahren? Die aktuelle Datenlage zeigt ein eindeutiges Bild: Fossile Heizsysteme wie Gas und Öl werden zunehmend zur Kostenfalle, während strombasierte Systeme wie Wärmepumpen langfristig wirtschaftliche Vorteile bieten.
Ein Blick hinter die Zahlen offenbart jedoch mehr als nur die bekannten Preisschwankungen der Energiebranche. Die eigentlichen Preistreiber liegen tiefer: strukturelle Veränderungen der Gasinfrastruktur, steigende CO₂-Abgaben und kommunale Wärmepläne, die das Ende der Gasnetze in vielen Städten einläuten.
Heizkosten treiben auseinander: Große Preisunterschiede zwischen den Heizarten
Bevor wir die Gründe beleuchten, lohnt ein Blick auf die Prognose der jährlichen Heizkosten verschiedener Systeme bis 2035. Für ein typisches Einfamilienhaus mit rund 130 Quadratmetern Wohnfläche ergeben sich klare Trends.

Die Prognosen zeigen: Fernwärme wird absehbar die teuerste Heizart bleiben – mit durchschnittlich über 3.800 Euro pro Jahr im Jahr 2035. Gas und Öl folgen dicht dahinter und weisen deutliche Steigerungen auf, die sowohl auf die CO₂-Bepreisung als auch auf steigende Netzgebühren zurückzuführen sind.
Am unteren Ende der Kostenskala finden sich Holzpellets und Wärmepumpen, die über die gesamte Projektionsspanne hinweg vergleichsweise stabil und deutlich günstiger bleiben. Im Jahr 2035 liegen die geschätzten Jahreskosten für eine Wärmepumpe bei rund 1.455 Euro – weniger als die Hälfte der fernwärmebasierten Heizkosten.
Warum Gasheizungen besonders betroffen sind: Die unterschätzte Kostenfalle Gasnetz
Viele Haushalte sind noch mit einer Gasheizung ausgestattet. Doch gerade hier zeigen sich Entwicklungen, die vielen bislang nicht bewusst sind. Ein entscheidender Punkt ist der starke Anstieg der Netznutzungsentgelte.
Diese Gebühren werden fällig, weil Gas über ein immer aufwendiger zu erhaltendes Netz transportiert werden muss. Da jedoch schon jetzt zahlreiche Haushalte auf alternative Heizsysteme umsteigen, wird die Kostenlast auf immer weniger Anschlussnehmer umgelegt. Für Verbraucher bedeutet das: Der Netzanteil an der Gasrechnung ist heute bereits enorm – und wird weiter wachsen.
In vielen Fällen machen diese Entgelte inzwischen über 20 Prozent der Jahresabrechnung aus. Experten rechnen damit, dass diese Entwicklung sich sogar noch beschleunigen dürfte, wenn immer mehr Städte Pläne vorlegen, ihre Gasnetze mittelfristig stillzulegen.
Kommunale Wärmeplanung: Das Ende des Gasnetzes beginnt
Ein zentraler Faktor für die langfristige Heizkostenentwicklung ist die kommunale Wärmeplanung. Sie soll definieren, welche Gebiete künftig über Fernwärme versorgt werden und wo individuelle Lösungen wie Wärmepumpen die Zukunft darstellen.
Große Städte sind bereits mitten im Prozess: Frankfurt am Main, Mannheim und andere Metropolen arbeiten seit Monaten an Strategien, die den Gasnetzausstieg vorbereiten. In Mannheim steht sogar ein konkretes Zieldatum im Raum – 2035 könnte dort Schluss sein mit der klassischen Gasversorgung.
Dabei ist klar: Je konsequenter Städte auf Fernwärme und strombasierte Heizlösungen setzen, desto weniger Verbraucher bleiben im Gasnetz – und desto stärker steigen die Kosten pro verbleibendem Anschluss.
Für Hauseigentümer bedeutet das: Eine neue Gasheizung könnte im ungünstigsten Fall in wenigen Jahren zu einem kostspieligen Altgerät werden, noch bevor sie technisch abgeschrieben ist.
Der CO₂-Preis: Ein stiller, aber mächtiger Preistreiber
Neben dem Gasnetz spielt eine weitere Entwicklung eine entscheidende Rolle: die CO₂-Bepreisung. Seit 2021 wird pro ausgestoßener Tonne CO₂ ein Preis fällig, der kontinuierlich steigt. Aktuell liegt er bei 55 Euro, doch damit ist der Preisanstieg lange nicht beendet.

Ab 2026 wird ein neues Handelssystem eingeführt, das zunächst Preisschwankungen in einem Korridor zulässt – im Durchschnitt werden jedoch rund 60 Euro pro Tonne erwartet. In den Folgejahren könnte der CO₂-Preis je nach Szenario zwischen 100 und über 200 Euro steigen.
Diese Entwicklung trifft vor allem Öl- und Gasheizungen. Für ein Beispielhaus kann dies bedeuten, dass die jährliche Gasrechnung allein durch die CO₂-Abgabe um mehrere hundert Euro steigt.
Wer mit Öl heizt, muss sogar noch tiefer in die Tasche greifen – Öl hat die höchste CO₂-Intensität aller gängigen Heizsysteme.
Mieter profitieren zwar von der neuen Aufteilung der CO₂-Kosten zwischen Vermieter und Mieter, doch viele wissen nicht einmal, dass sie einen Anspruch darauf haben. Hinzu kommt, dass diese Entlastung die grundlegende Preisentwicklung nicht aufhalten kann.
Wärmepumpen: Die wirtschaftliche und ökologische Alternative
Im Kontrast dazu stehen Wärmepumpen, die sich in den vergangenen Jahren immer weiter durchgesetzt haben. 2024 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft – ein Trend, der sich nach Einschätzung der Branche fortsetzen wird.
Der wichtigste Grund dafür ist der dauerhaft günstige Betrieb:
Wärmepumpen erzeugen aus einer Kilowattstunde Strom im Schnitt drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Dadurch benötigen sie im Vergleich zu anderen Heizsystemen wesentlich weniger Energie.
Sie sind zudem unabhängig vom CO₂-Preis, da Strom nicht der CO₂-Besteuerung unterliegt. Gleichzeitig wird der Strommix in Deutschland immer grüner, was auch die ökologische Bilanz von Wärmepumpen weiter verbessert.
Auch die Anschaffungskosten sind längst nicht mehr so hoch, wie es häufig dargestellt wird. Staatliche Förderprogramme senken den Preis erheblich, und moderne Geräte lassen sich häufig unkomplizierter einbauen als erwartet – sogar in Bestandsgebäuden.
Die Wärmepumpe wird zum klaren Gewinner der Energiewende
Die Analyse zeigt klar: Das Heizen mit Gas oder Öl wird in den kommenden Jahren erheblich teurer. Steigende Netzentgelte, wachsende CO₂-Kosten und die strukturelle Abkehr vom Gasnetz machen fossile Heizarten zunehmend unwirtschaftlich.
Wärmepumpen hingegen bieten eine stabile, planbare und nachhaltige Alternative – sowohl finanziell als auch ökologisch. Sie sind zukunftssicher, unabhängig vom Gasnetz und profitieren von staatlichen Förderungen sowie einem zunehmend grünen Strommix.
Für viele Haushalte ist der Umstieg heute nicht nur eine Investition in die Klimabilanz, sondern vor allem eine Entscheidung für langfristig niedrige Heizkosten.
Dieser Beitrag basiert auf einer eigenständigen Analyse des ARD-Plusminus-Beitrags „Heizsaison: Was das warme Wohnzimmer kostet“ sowie ergänzenden Recherchen zu Heizkostenprognosen und CO₂-Bepreisungsmodellen (Quelle: ARD Mediathek & Heizspiegel/co2online).

Stefan Kathmeyer
Wärmepumpen Spezialist
sk@waermepumpe-installateur.de
Beitrag erstellt am 21.11.2025
Beitrag bearbeitet am 21.11.2025