Wärmepumpen-Installation vom Fachbetrieb
Wärmepumpe

Lohnt sich eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik?

Wärmepumpen-Außeneinheit an einem Bestandshaus mit ziegelgedecktem Dach ohne Photovoltaikanlage im Winter
Kein Modul auf dem Dach: Die Wärmepumpe rechnet sich über Jahresarbeitszahl, Tarif und Förderung. Hinweis: Dieses Bild wurde mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

Ja. Eine Wärmepumpe rechnet sich auch ohne eigene Photovoltaik. Solarstrom vom eigenen Dach ist eine gute Sache und senkt die Stromkosten der Heizung spürbar. Die Entscheidung für den Heizungstausch hängt aber nicht daran, sondern daran, wie schlecht die alte Öl- oder Gasheizung arbeitet und wie gut die Wärmepumpe an ihrer Stelle. Wer den Tausch aufschiebt, bis die Solaranlage steht, zahlt in der Zwischenzeit doppelt: höhere Brennstoffkosten und eine Förderung, die von Jahr zu Jahr kleiner wird.

Dieser Artikel rechnet den Fall ohne Solaranlage durch: reiner Netzbezug, Wärmepumpentarif, aktuelle Förderung. Für die Planung beider Techniken zusammen steht die Gegenrechnung unter Wärmepumpe mit Photovoltaik.

75 Prozent gegen 400 Prozent: warum der Tausch immer spart

Der Vergleich beginnt nicht bei der Wärmepumpe, sondern bei der alten Heizung, und die wird fast immer zu freundlich gerechnet. Auf dem Typenschild einer Brennwerttherme stehen Werte um 98 Prozent, im Keller kommt davon selten etwas an. Ein Brennwertkessel holt die zusätzliche Wärme nämlich nur heraus, wenn das Heizungswasser kühl genug zurückkommt und der Wasserdampf im Abgas kondensiert. Läuft die Anlage mit 60 oder 70 Grad Vorlauf, weil sie seit dem Einbau nie richtig eingestellt wurde, passiert genau das nicht: Der Spareffekt, für den der Kessel gekauft wurde, kommt nie zum Tragen, und ein erheblicher Teil der Wärme geht durch den Schornstein.

So läuft der Großteil der Anlagen in deutschen Kellern. Sie können sich das selbst beantworten: Wann haben Sie zuletzt an Heizkurve oder Vorlauftemperatur Ihrer Heizung etwas verändert? Wenn die Antwort „noch nie“ lautet, ist auch die Frage nach dem Wirkungsgrad beantwortet. Im Bestand liegen die realen Jahresnutzungsgrade je nach Alter zwischen etwa 70 und 85 Prozent. Die 85 Prozent erreicht nur eine wirklich gut eingestellte Heizung, und die findet man fast ausschließlich dort, wo der Hausbesitzer sich selbst ins Thema eingelesen hat.

Auf der anderen Seite steht die Wärmepumpe mit 350 bis 500 Prozent. Sie erzeugt Wärme nicht, sie holt sie aus der Außenluft oder dem Erdreich und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur: Aus einer Kilowattstunde Strom werden dreieinhalb bis fünf Kilowattstunden Wärme. Zwischen einer Altanlage mit 75 Prozent und einer Wärmepumpe mit 400 Prozent liegt gut der Faktor fünf. Selbst wenn die Kilowattstunde Heizstrom rund doppelt so viel kostet wie die Kilowattstunde Gas, bleibt am Jahresende ein klares Plus. Das ist der eigentliche Grund, warum sich der Tausch lohnt, mit Solaranlage auf dem Dach genauso wie ohne.

Wo genau Ihre Anlage in der Spanne von 350 bis 500 Prozent landet, entscheidet die Vorlauftemperatur. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat im Projekt „WP-QS im Bestand“ 77 Wärmepumpen in bewohnten Bestandsgebäuden vermessen: im Mittel Faktor 3,4, Bandbreite 2,6 bis 4,9. Mit dem Baujahr hatte das nichts zu tun, 83 Prozent der Häuser stammen aus der Zeit vor 1995. Ausschlaggebend waren allein die Betriebstemperaturen im Heizkreis, im Mittel 36 Grad, und ausreichend große Heizkörper ließen sich ähnlich niedrig fahren wie Fußbodenheizungen.

Für den Altbau heißt das: Nicht die Dämmung entscheidet, sondern die Vorlauftemperatur. Wer sie durch hydraulischen Abgleich und richtig ausgelegte Heizflächen um wenige Grad senkt, gewinnt mehr, als jede Solaranlage beisteuern kann. Mehr dazu unter Vorlauftemperatur der Wärmepumpe. Ein überflüssiger Pufferspeicher wirkt in die Gegenrichtung und kostet Effizienz.

Was die Photovoltaik an den Heizkosten ändert

Auch dazu gibt es Messwerte aus demselben Fraunhofer-Projekt: Bei Anlagen ohne Batteriespeicher senkte der eigene Solarstrom die mittleren Stromkosten der Wärmepumpe um 8 bis 21 Prozent, gerechnet mit Stromgestehungskosten von 10 Cent je Kilowattstunde. Ein echter Vorteil, den man mitnehmen sollte, wenn das Dach passt.

Er ersetzt die Rechnung aber nicht, und der Grund ist die Jahreszeit: Die Wärmepumpe braucht ihren Strom von November bis Februar, das Dach liefert ihn von Mai bis August. Den größten Nutzen zeigten die Messungen in den Übergangszeiten, wenn Ertrag und Wärmebedarf zusammenpassen. Die Photovoltaik macht also den Strom billiger, den die Wärmepumpe verbraucht. Ob sich der Heizungstausch rechnet, entscheidet sie nicht.

Ein Rechenbeispiel mit reinem Netzbezug

Ausgangslage: Einfamilienhaus, alte Gasheizung, 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch im Jahr, kein Solarstrom. Für den alten Kessel rechnen wir bewusst mit 80 Prozent Nutzungsgrad, am oberen Rand des im Bestand Üblichen.

PositionWert
Gasverbrauch bisher20.000 kWh/Jahr
Gaskosten (11,9 ct/kWh)2.380 € im Jahr
Wärmebedarf des Hauses (Kesselnutzungsgrad 0,8)16.000 kWh
Stromverbrauch der Wärmepumpe (Faktor 3,5)4.571 kWh
Stromkosten im Wärmepumpentarif (25 ct/kWh)1.143 € im Jahr
Wegfallende Kosten (Schornsteinfeger, Wartungsdifferenz)180 € im Jahr
Ersparnis im Jahrrund 1.420 €

Rund 1.420 Euro Ersparnis im Jahr, ohne eine einzige Solarzelle. Läuft der alte Kessel schlechter als angenommen, was der Normalfall ist, fällt sie noch höher aus. Der Solarstrom hätte nach den Fraunhofer-Messwerten 91 bis 240 Euro beigesteuert: eine willkommene Zugabe, aber nicht der Grund, warum die Rechnung aufgeht. Und der Abstand wächst eher noch: Der CO2-Preis liegt 2026 bei 55 bis 65 Euro je Tonne und wird ab 2027 im europäischen Emissionshandel gebildet, wo Marktbeobachter höhere Werte erwarten. Dieser Aufschlag trifft Gas und Heizöl, nicht den Heizstrom.

Ihren eigenen Verbrauch ordnet Wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe ein, den vollständigen Kostenvergleich liefert Heizkosten fossile Heizung gegen Wärmepumpe.

Wärmepumpentarif und § 14a EnWG: der größere Hebel

Der Tarif bewegt mehr als das Dach. Haushaltsstrom kostet derzeit etwa 37 Cent je Kilowattstunde, spezielle Wärmepumpentarife 22 bis 26 Cent. Auf die 4.571 Kilowattstunden aus dem Beispiel gerechnet sind das mehrere hundert Euro im Jahr, allein durch den richtigen Vertrag.

Möglich macht das § 14a Energiewirtschaftsgesetz. Wärmepumpen über 4,2 Kilowatt Anschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb sind, gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf sie bei drohender Netzüberlastung drosseln, aber nicht abschalten: Mindestens 4,2 Kilowatt bleiben jederzeit verfügbar. Im Gegenzug steht Ihnen ein reduziertes Netzentgelt zu, wahlweise über eines von drei Modulen:

  • Modul 1: pauschaler Jahresrabatt, je nach Netzbetreiber grob 110 bis 190 Euro. Kein zweiter Zähler nötig.
  • Modul 2: 60 Prozent Rabatt auf den Arbeitspreis des Netzentgelts, mit eigenem Zähler für die Wärmepumpe.
  • Modul 3: zeitvariable Netzentgelte nach Tageszeit, seit April 2025 von jedem Netzbetreiber anzubieten.

Welches Modul günstiger ist, hängt vom Verbrauch und vom Netzgebiet ab. Details zur Zählerfrage unter Benötigt eine Wärmepumpe einen eigenen Stromzähler, die Tarifauswahl behandelt Der beste Stromtarif für Ihre Wärmepumpe.

Was die Förderung beisteuert

Die Förderung gilt der Wärmepumpe, unabhängig davon, ob eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liegt. PV und Batteriespeicher stehen nicht auf der Liste der förderfähigen Heizungstechnik, sie erhöhen den Zuschuss also nicht und mindern ihn auch nicht. Gefördert werden über das KfW-Programm 458 bis zu 28.000 Euro Investitionskosten für die erste Wohneinheit:

KonstellationFördersatzZuschuss
Grundförderung, für alle Eigentümer30 %8.400 €
zusätzlich Klimageschwindigkeitsbonus (Selbstnutzer)46 %12.880 €
zusätzlich Einkommensbonus, zvE bis 50.000 €56 %15.680 €
zusätzlich Einkommensbonus, zvE bis 40.000 €76 %21.280 €
zusätzlich Einkommensbonus, zvE bis 30.000 €80 % (gekappt)22.400 €

Bei einer Investition von 30.000 Euro und dem üblichen Selbstnutzer-Satz von 46 Prozent bleibt ein Eigenanteil von 17.120 Euro. Die ehrliche Vergleichsgröße ist dabei nicht null, denn eine neue Heizung wird ohnehin fällig: Gegen eine neue Gasheizung für rund 9.000 Euro gerechnet, beträgt die Mehrinvestition 8.120 Euro, bei 1.420 Euro Ersparnis im Jahr nach knapp sechs Jahren zurückverdient. In den beiden obersten Förderstufen liegt der Eigenanteil sogar unter dem Preis einer neuen Gasheizung. Alle Details und die Voraussetzungen für die Boni stehen unter Förderung.

Wer wartet, zahlt am Ende mehr. Der Klimageschwindigkeitsbonus, also die 16 Prozentpunkte, die aus 30 Prozent Grundförderung 46 Prozent machen, sinkt ab dem 1. Februar 2027 im Halbjahrestakt auf 12, 8 und 4 Prozentpunkte und fällt ab dem 1. August 2028 ganz weg. Jede Stufe kostet 1.120 Euro Zuschuss. 2026 ist damit das günstigste Jahr, das für diesen Tausch noch kommt.

Erst die Heizung, dann die Photovoltaik

Reicht das Geld nur für eine der beiden Maßnahmen, ist die Reihenfolge eindeutig: zuerst die Heizung. Dort liegen der Zuschuss und die jährliche Ersparnis, und dort läuft die Uhr der Förderung. Die Photovoltaik lässt sich jederzeit nachrüsten, ohne an der Wärmepumpe etwas zu ändern. Umgekehrt gilt das nicht: Wer erst die Solaranlage baut, heizt weiter fossil und bekommt für den späteren Heizungstausch weniger Geld.

Reicht das Geld für beides, ist das natürlich das Optimum. Viele Hausbesitzer lösen es so: Zuschuss aus dem Programm 458 mitnehmen, den Rest der Heizungsinvestition über den zinsgünstigen KfW-Ergänzungskredit 358 finanzieren, und die Eigenmittel bleiben für die Solaranlage frei. Im Jahresverlauf heißt das: Im Sommer kommt das Warmwasser praktisch umsonst vom Dach, in der Übergangszeit trägt die Solaranlage einen guten Teil des Heizstroms, und im Winter heizen Sie wie vorher, nur eben mit dem Faktor 4 statt mit einem Kessel. Die Fraunhofer-Messungen zeigen dazu eine Autarkie von 25 bis 40 Prozent ohne Batteriespeicher und 32 bis 62 Prozent mit Speicher.

So finden Sie Ihre eigene Zahl

Die Rechnung oben ist ein Beispiel, kein Angebot. Ihr Ergebnis hängt an Ihrem Verbrauch, Ihren Heizflächen und der erreichbaren Vorlauftemperatur, und diese drei Werte lassen sich vorab ermitteln statt schätzen. Wir prüfen im Wärmepumpen-Check kostenlos, wie effizient die Wärmepumpe in Ihrem Haus laufen wird und was sie im Betrieb kostet. Liegt Ihnen bereits ein Angebot vor, hilft Ist mein Wärmepumpen-Angebot zu teuer bei der Einordnung.

Quellen: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“ (77 vermessene Anlagen); Bundesnetzagentur, Festlegung BK6-22-300 zu § 14a EnWG; KfW-Programm 458 und Ergänzungskredit 358, Stand 21. Juli 2026. Energiepreise Stand August 2026.

Ja. In einem Einfamilienhaus mit bisher 20.000 kWh Gasverbrauch spart die Wärmepumpe im Wärmepumpentarif rund 1.420 Euro im Jahr, ohne jeden Solarstrom. Die Photovoltaik senkt die Stromkosten der Wärmepumpe nach Messungen des Fraunhofer ISE um 8 bis 21 Prozent, sie entscheidet die Wirtschaftlichkeit also nicht.

Bei Anlagen ohne Batteriespeicher hat das Fraunhofer ISE 8 bis 21 Prozent geringere Wärmepumpen-Stromkosten gemessen, gerechnet mit Stromgestehungskosten von 10 Cent je Kilowattstunde. Bezogen auf das Rechenbeispiel dieses Artikels sind das 91 bis 240 Euro im Jahr. Der Grund für den begrenzten Effekt ist die Jahreszeit: Die Wärmepumpe braucht Strom im Winter, das Dach liefert ihn im Sommer.

Die 98 Prozent erreicht ein Brennwertkessel nur, wenn das Heizungswasser kühl genug zurückkommt und der Wasserdampf im Abgas kondensiert. Läuft die Anlage mit 60 oder 70 Grad Vorlauf, passiert das nicht. Im Bestand liegen die realen Jahresnutzungsgrade je nach Alter und Einstellung deshalb zwischen etwa 70 und 85 Prozent. Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom dreieinhalb bis fünf Kilowattstunden Wärme, das entspricht 350 bis 500 Prozent. Zwischen beiden liegt gut der Faktor fünf.

Ein Wärmepumpentarif ist ein eigener Stromtarif für die Heizung. Er liegt derzeit bei etwa 22 bis 26 Cent je Kilowattstunde, während Haushaltsstrom rund 37 Cent kostet. Bei 4.571 Kilowattstunden Jahresverbrauch macht das mehrere hundert Euro Unterschied, allein durch den Vertrag.

Wärmepumpen über 4,2 Kilowatt, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gegangen sind, gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf sie bei drohender Netzüberlastung drosseln, aber nicht abschalten: Mindestens 4,2 Kilowatt bleiben jederzeit verfügbar. Im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte über eines von drei Modulen.

Nicht zwingend. Für Modul 1, den pauschalen Jahresrabatt von grob 110 bis 190 Euro, reicht der normale Hauszähler. Nur Modul 2 mit 60 Prozent Rabatt auf den Arbeitspreis des Netzentgelts setzt einen eigenen Zähler für die Wärmepumpe voraus. Ob sich der lohnt, hängt vom Verbrauch und vom Netzgebiet ab.

Nein. Photovoltaik und Batteriespeicher stehen nicht auf der Liste der förderfähigen Heizungstechnik. Sie erhöhen den Zuschuss nicht und mindern ihn auch nicht. Gefördert wird die Wärmepumpe mit 30 bis maximal 80 Prozent auf bis zu 28.000 Euro förderfähige Kosten der ersten Wohneinheit.

In der Regel zuerst die Wärmepumpe. Dort liegen der Förderzuschuss und die jährliche Ersparnis, und der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 im Halbjahrestakt und fällt ab dem 1. August 2028 ganz weg. Die Photovoltaik lässt sich jederzeit nachrüsten, ohne an der Wärmepumpe etwas zu ändern. Reicht das Geld für beides, lässt sich die Heizung über den zinsgünstigen KfW-Ergänzungskredit 358 finanzieren, dann bleiben die Eigenmittel für die Solaranlage frei.
Stefan Kathmeyer

Stefan Kathmeyer
Wärmepumpen Spezialist
sk@waermepumpe-installateur.de

Beitrag erstellt am 28.08.2026
Beitrag bearbeitet am 28.08.2026

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