
Frankfurt
Produktionsbetrieb im Maschinenbau
Photovoltaik 80 kWp mit 112 kWh Stromspeicher






Ort: Frankfurt
Objekt: Produktionsbetrieb im Maschinenbau
Anlagenleistung: knapp 80 kWp
Module: rund 170 Stück
Speicher: 112 kWh
Wechselrichter: SMA
Dachflächen: Stehfalzdach und Kiesdach, geringe Neigung
Ausrichtung: Ost-West aufgeständert, in Teilbereichen flach aufliegend
Modulfläche: rund 300 m²
Jahresertrag: rechnerisch rund 72.000 kWh
Eigenverbrauch: nahezu 100 %
Fertigstellung: März 2026
Ausgangssituation: Strom ist hier ein Produktionsfaktor
In einem Maschinenbaubetrieb ist Strom keine Nebenkostenposition, sondern Teil der Kalkulation. Mehrere Maschinen mit erheblichem Verbrauch laufen tagsüber im Zweischichtbetrieb. Jede Kilowattstunde, die nicht eingekauft werden muss, senkt die variablen Kosten pro gefertigtem Teil.
Genau das war der Auftrag: nicht eine Anlage aufs Dach, die sich irgendwann rechnet, sondern eine Anlage, die den Bezug aus dem Netz strukturell ersetzt.
Zwei Dächer, eine Anlage
Das Gebäude hat zwei sehr unterschiedliche Dachflächen, und beide wurden genutzt.
Auf dem Stehfalzdach liegen die Module flach auf der Dachhaut. Befestigt sind sie mit Falzklemmen — der Falz selbst trägt die Last. Es wurde keine einzige Schraube durch die Dachhaut gesetzt, keine Bohrung gesetzt. Bei einem Produktionsgebäude ist das nicht nur eine Frage der Gewährleistung: Eine undichte Stelle über einer Fertigungshalle kostet mehr als das Dach.
Auf dem Kiesdach stehen die Module Ost-West aufgeständert, ballastiert statt verschraubt. Die Ost-West-Aufständerung ist hier die richtige Wahl, weil sie den Ertrag über den Tag streckt: morgens die Ostseite, nachmittags die Westseite. Eine reine Südausrichtung liefert mittags eine höhere Spitze — die nützt aber nur, wenn der Verbrauch mittags stattfindet. In einer Fertigung, die von früh bis spät läuft, zählt die Fläche unter der Kurve, nicht die Spitze.
Das Dach hat insgesamt nur eine geringe Neigung. Die Anlage fängt dadurch über den ganzen Tagesverlauf Licht ein.
Blitzschutz: vorhanden, und deshalb nicht ignoriert
Das Gebäude hatte bereits eine Blitzschutzanlage. Die wurde genutzt und erweitert, statt sie zu umgehen. Die Photovoltaik ist in das bestehende Konzept eingebunden und die Leitungen sind getrennt geführt — auf den Bildern gut zu sehen: die Leitungsführung im Rohr über dem Falz, sauber abgesetzt.
Das ist der Punkt, an dem sich Installationen unterscheiden. Eine PV-Anlage auf ein Dach mit Blitzschutz zu setzen, ohne die Trennung sauber zu lösen, macht aus einer vorhandenen Schutzeinrichtung ein Risiko.
Der Zähler, der das Projekt erst rund gemacht hat
Für den Betrieb war ein intelligentes Messsystem die Voraussetzung, um dynamische Tarife nutzen zu können. Der grundzuständige Messstellenbetreiber hätte dafür sehr lange gebraucht.
Wir haben den Smart Meter deshalb über einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber einbauen lassen. Das ist das Recht jedes Anschlussnehmers, und es hat in diesem Projekt den Unterschied gemacht:
- Die Steuerbarkeit nach § 14a EnWG war ab dem ersten Tag gegeben, nicht irgendwann.
- Der Betrieb kann dynamische Stromtarife und dynamische Netzentgelte nutzen.
- Der 112-kWh-Speicher lädt dadurch gezielt in den günstigen Stunden — auch im Winter und an trüben Tagen, wenn vom Dach wenig kommt.
Damit endet der Nutzen der Anlage nicht im Oktober. Der Betrieb produziert auch in der dunklen Jahreshälfte günstiger als vorher, weil er den Strom dann bezieht, wenn er billig ist, und nicht dann, wenn die Maschine ihn braucht.
Was die Anlage liefert
Für den Standort Frankfurt und eine Ost-West-Belegung mit geringer Neigung liegt der spezifische Ertrag bei rund 900 Kilowattstunden je Kilowattpeak und Jahr — ermittelt über die Einstrahlungsdaten des Standorts, bei 14 Prozent Systemverlusten. Bei knapp 80 kWp sind das rund 72.000 Kilowattstunden im Jahr.
Zum Einordnen: Eine reine Südausrichtung käme am selben Standort auf etwa 1.000 kWh/kWp. Die Ost-West-Belegung kostet also rechnerisch rund zehn Prozent Jahresertrag — und liefert dafür einen deutlich breiteren Tagesverlauf. Für einen Betrieb, der seinen Strom selbst verbraucht statt ihn einzuspeisen, ist das der bessere Tausch: Ertrag, der zur Verbrauchszeit anfällt, ist mehr wert als Ertrag, der mittags ins Netz geht.
Die rund 170 Module belegen dabei etwa 300 Quadratmeter Modulfläche, verteilt auf die beiden Dachbereiche.
Ergebnis
Nahezu 100 Prozent Eigenverbrauch. Das ist bei Gewerbeanlagen nicht der Normalfall, sondern das Ergebnis der Kombination aus Lastprofil, Ost-West-Belegung und einem Speicher, der groß genug ist, um den Betriebstag zu tragen.
Fertiggestellt im März 2026.

















