
Frankfurt
Mehrfamilienhaus mit 8 Wohneinheiten, 630 m²
Panasonic Aquarea Generation M, 16 kW



Ort: Frankfurt
Haus Typ: Mehrfamilienhaus mit 8 Wohneinheiten, alle vermietet
Baujahr: 1970
Beheizte Wohnfläche: 630 m², verteilt auf 8 Wohneinheiten
Wärmepumpe Typ: Panasonic Aquarea Generation M, 16 kW
Speicher: 300 l Pufferspeicher, 1.000 l Trinkwasserspeicher (Dämmung Effizienzklasse A)
Vorher: zentrale Gasheizung, 38 kW
Fenster: erneuert
Heizflächen: vorhandene Heizkörper, unverändert
Fertigstellung: April 2026
Ausgangssituation
Acht Parteien, eine Heizung, ein Vermieter, der wissen wollte, was passiert, wenn die Gasheizung irgendwann nicht mehr will. Im Keller stand eine zentrale Gasheizung mit 38 kW. Das Gebäude von 1970 hatte bereits Vorarbeit hinter sich: Die Fenster sind erneuert, das Dach ist gedämmt.
Die gute Nachricht vorweg — hier gab es keine Gasetagenheizungen. Genau die machen den Umstieg im Mehrfamilienhaus sonst aufwendig, weil in jeder Wohnung ein eigenes Gerät hängt. Dieses Haus hatte eine Zentralheizung, und damit einen einzigen Punkt, an dem der Wechsel stattfindet.
Auslegung: 38 kW werden 16 kW
Der alte Kessel hatte 38 kW. Die Wärmepumpe hat 16 kW. Das ist kein Sparzwang, sondern die Folge einer Rechnung: Fossile Kessel wurden jahrzehntelang großzügig dimensioniert, weil es nichts kostete außer Brennstoff. Eine Wärmepumpe wird auf die tatsächliche Heizlast ausgelegt.
Vor der Montage haben wir eine raumweise Heizlastberechnung erstellt. Das Ergebnis war für die Mieter die beste Nachricht des Projekts: Die vorhandenen Heizkörper sind großzügig dimensioniert und reichen aus. In keiner der acht Wohnungen musste ein Heizkörper getauscht werden. Das Haus läuft heute mit einer maximalen Vorlauftemperatur von 50 °C im Winter.
Beim Warmwasser sind acht Parteien ein eigenes Thema. Die meisten Wohnungen sind mit zwei Personen belegt, einzelne mit drei. Ausgelegt haben wir über den Gleichzeitigkeitsfaktor — also über die realistische Frage, wie viele Parteien gleichzeitig Warmwasser zapfen, nicht über die theoretische Summe aller Zapfstellen. Herausgekommen ist ein zentraler Trinkwasserspeicher mit 1.000 Litern in Dämmungs-Effizienzklasse A, dazu ein Pufferspeicher mit 300 Litern für den Heizkreis.
Der Teil, der Vermieter wirklich interessiert: der laufende Betrieb
Acht vermietete Wohnungen kann man nicht eine Woche kalt stellen. Der Umbau lief deshalb in zwei Schritten.
Die Heizung war übergangslos versorgt. Am ersten Tag wurde der Pufferspeicher gewechselt und die Wärmepumpe angeschlossen — sie hat noch am selben Tag das Heizwasser aufgeheizt.
Beim Warmwasser haben wir vorgearbeitet. Am Morgen des Umbautags hat die alte Gasheizung den Speicher ein letztes Mal vollständig aufgeheizt. Am Folgetag wurde der Trinkwasserspeicher getauscht und an die Wärmepumpe angeschlossen. Für die Mieter bedeutete das: ein Tag ohne Nachladung, kein Tag ohne Warmwasser.
Rückbau: Gas raus heißt Gas raus
Die Gasleitungen wurden zurückgebaut. Der Netzbetreiber hat den Gaszähler ausgebaut und die Anschlussleitung verplombt — ab diesem Zeitpunkt entfällt der Grundpreis für den Gasanschluss. Der Schornstein hat eine Haube bekommen, damit kein Wasser eindringt und im ungenutzten Zug Feuchtigkeitsschäden entstehen.
Die Steigstränge im Haus konnten bleiben. Sie waren in Ordnung, und das heißt: kein Eingriff in die bewohnten Wohnungen, keine aufgestemmten Wände, keine Terminabsprachen mit acht Parteien.
Förderung: wie der Deckel bei acht Wohneinheiten rechnet
Die KfW-Heizungsförderung deckelt nicht pauschal, sondern je Wohneinheit — das ist der Punkt, an dem sich Mehrfamilienhäuser grundlegend von Einfamilienhäusern unterscheiden. Nach der seit 21.07.2026 geltenden Richtlinie rechnet sich das für ein Haus dieser Größe so:
Wohneinheiten — Höchstbetrag je Einheit · Summe
1. Wohneinheit — 28.000 € · 28.000 €
2. bis 6. Wohneinheit — je 15.000 € · 75.000 €
7. und 8. Wohneinheit — je 8.000 € · 16.000 €
Förderhöchstbetrag — 119.000 €
Alle acht Wohnungen sind vermietet. Damit greift die Grundförderung von 30 Prozent — Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus sind selbstgenutzten Einheiten vorbehalten. Bei einem Förderhöchstbetrag von 119.000 Euro wären das bis zu 35.700 Euro Zuschuss.
Dieses Projekt wurde im April 2026 fertiggestellt, also noch unter den vorherigen Beträgen; der Rahmen lag entsprechend höher. Entscheidend ist in beiden Fassungen dasselbe: Die Maßnahme lag innerhalb des Rahmens, es ging kein Euro durch den Deckel verloren.
Ergebnis
Das Haus verbraucht seit dem Umbau rund 38 Prozent weniger Energie als mit der alten Gasheizung. Acht Wohnungen, eine Wärmepumpe, unveränderte Heizkörper, unveränderte Steigstränge — und ein Vermieter, der beim nächsten Gaspreissprung nicht mehr mitgeht.
Fertiggestellt im April 2026.

















