
Köln
Reihenmittelhaus von 1964, 120 m²
Panasonic Aquarea Generation L, 9 kW

Ort: Köln
Haus Typ: Reihenmittelhaus
Baujahr: 1964
Beheizte Wohnfläche: 120 m²
Anzahl Vollgeschosse: 2
Haushaltsgröße: 3 Personen
Dämmzustand: mittel
Wärmepumpe Typ: Panasonic Aquarea Generation L, 9 kW
Innengerät: Kombi-Hydro-Modul mit integriertem 180-l-Trinkwasserspeicher
Zusätzlich: kleiner Pufferspeicher
Vorher: Gasheizung von 2002
Heizflächen: vorhandene Heizkörper, großzügig dimensioniert
Fertigstellung: Oktober 2025
Ausgangssituation
Ein Reihenmittelhaus von 1964, 120 m² beheizt, drei Personen im Haushalt, im Keller eine Gasheizung von 2002. Der Dämmzustand ist mittel — nicht saniert, aber auch nicht ungedämmt. Ein typisches Haus also, und genau bei diesem Typ hört man am häufigsten den Satz, eine Wärmepumpe gehe hier nicht.
Sie geht. Sie muss nur richtig geplant werden.
Ein Reihenmittelhaus hat dabei einen Vorteil, den man selten erwähnt: Es hat nur zwei Außenwände. Die Nachbarhäuser links und rechts heizen mit — das senkt die Heizlast gegenüber einem freistehenden Haus derselben Größe deutlich.
Heizkörper: alles geblieben
Die vorhandenen Heizkörper sind großzügig dimensioniert. Sie konnten vollständig bleiben — kein einziger musste getauscht werden.
Für das Warmwasser haben wir ein Kombi-Hydro-Modul gewählt: Innengerät und 180-Liter-Trinkwasserspeicher in einem Gerät. Bei einem Reihenhaus mit begrenztem Kellerraum ist das die aufgeräumtere Lösung als zwei getrennt aufgestellte Komponenten. Dazu kam ein kleiner Pufferspeicher für den Heizkreis.
Die Verrohrung: nur das, was raus musste
Im Keller lagen C-Stahlrohre. Die sind an sich langlebig — aber in diesem Haus hatte es einmal einen Feuchtigkeitsschaden gegeben, und die Rohre hatten darunter gelitten.
Hier hätte man zwei Fehler machen können. Den ersten: alles so lassen, weil es ja noch hält. Unter dem Betriebsdruck der neuen Anlage wäre das eine Wette auf die Zukunft gewesen, und der Schaden wäre nach der Sanierung aufgetreten — dann mit der Frage, wer dafür geradesteht. Den zweiten: vorsichtshalber die komplette Heizungsverteilung erneuern und dem Kunden Material und Arbeitszeit berechnen, die niemand braucht.
Gemacht haben wir das Naheliegende: Die schadhaften Abschnitte wurden herausgenommen und in Kupfer neu verrohrt. Der Rest blieb, weil er in Ordnung war.
Der Zählerschrank: Bypass statt Komplettumbau
Der Zählerkasten war veraltet. Für den Anschluss einer Wärmepumpe muss aber die Steuerbarkeit nach § 14a EnWG gegeben sein — der Netzbetreiber muss die Anlage im Bedarfsfall in der Leistung reduzieren können, und dafür braucht es einen definierten Platz in der Verteilung.
Der Standardweg wäre der komplette Austausch des Zählerplatzes gewesen. Das ist teuer und in einem bewohnten Haus ein Eingriff, der über einen Tag hinausgeht.
Stattdessen wurde eine Bypass-Unterverteilung gesetzt. Damit ist alles erfüllt, worauf es ankommt:
- Steuerbarkeit nach § 14a EnWG
- Ausführung nach den TAB des Netzbetreibers, den Technischen Anschlussbedingungen nach § 19 NAV
- Anschluss nach den einschlägigen VDE-Richtlinien
Der alte Zählerplatz konnte bleiben. Der Kunde hat die Anlage, die er wollte, und nicht die Rechnung, die er nicht wollte.
Förderung
Für dieses Projekt wurde eine Förderquote von 55 Prozent erreicht: Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus für den Austausch der alten Gasheizung und der damals geltende Effizienzbonus.
Hinweis für heutige Interessenten:* Die Förderrichtlinie wurde zum 21.07.2026
geändert. Der Effizienzbonus ist entfallen, der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt seither 16 Prozent. Dieselbe Maßnahme käme heute auf 46 Prozent.
Ergebnis
Fertiggestellt im Oktober 2025. Ein Haus von 1964 mit mittlerem Dämmzustand, unveränderten Heizkörpern, altem Zählerplatz — und einer Wärmepumpe, die seitdem heizt.

















