
Leverkusen
Einfamilienhaus von 1968, ca. 160 m²
Buderus WLW 186i, 10 kW

Ort: Leverkusen
Haus Typ: Einfamilienhaus, ca. 160 m²
Baujahr: 1968
Wärmepumpe Typ: Buderus WLW 186i, 10 kW
Speicher: 200 l Pufferspeicher, 200 l Trinkwasserspeicher
Vorher: Öl-Kessel von 1984, Öltank im Keller
Heizflächen: Fußbodenheizung im gesamten Haus, neu verlegt
Vorlauftemperatur: 28 bis 32 °C, außentemperaturgeführt
Fenster: im Zuge der Sanierung erneuert
Bauzeit: rund 2 Monate
Fertigstellung: Juni 2026
Ausgangssituation: gekauft, und vor dem Einzug richtig gemacht
Der Kunde hatte das Haus gekauft und stand vor der Frage, die sich nach jedem Kauf eines Bestandsgebäudes stellt: Was macht man jetzt, solange noch niemand drin wohnt?
Im Keller stand ein Öl-Kessel von 1984 mit dem zugehörigen Öltank. Das Haus von 1968 sollte ohnehin saniert werden — der günstigste Moment, den Wärmeerzeuger gleich mit zu wechseln. Solange das Haus leer ist, ist eine Fußbodenheizung eine Entscheidung. Nach dem Einzug ist sie ein Umzug.
Der Öltank: erst raus, dann Raum
Der Öltank wurde über einen Partnerbetrieb fachgerecht demontiert und entsorgt. Das ist der Teil, den viele bei der Rechnung vergessen — und zwar auf der Habenseite: Der ehemalige Tankraum steht jetzt als zusätzlicher großer Kellerraum zur Verfügung. Kein Ölgeruch, keine Tankprüfung, keine Sicherheitsabstände mehr, sondern schlicht Fläche.
Die Auslegungsentscheidung: Dämmung oder Heizfläche
Hier wurde eine Abwägung getroffen, die wir so nicht in jedem Projekt treffen.
Naheliegend wäre ein Wärmedämmverbundsystem gewesen. Wir haben davon abgeraten: Die einmalige Investition liegt sehr hoch, und der zusätzliche Nutzen fällt bei diesem Gebäude vergleichsweise gering aus. Das Geld wäre in der Fassade gebunden, ohne dass sich der Heizbedarf entsprechend verändert.
Stattdessen sind wir über die Heizfläche gegangen. Der Bauherr wollte ohnehin keine Heizkörper mehr, sondern Fußbodenheizung im ganzen Haus. Eine Fußbodenheizung verteilt die Wärme über die gesamte Bodenfläche und kommt deshalb mit deutlich niedrigeren Temperaturen aus als jeder Heizkörper.
Die Rechnung im Klartext: Mit Wärmedämmverbundsystem hätte eine Wärmepumpe mit 7 kW gereicht. Ohne sind es 10 kW geworden. Diese drei Kilowatt mehr an Gerätegröße kosten einen Bruchteil dessen, was die gedämmte Fassade gekostet hätte — und die Anlage arbeitet trotzdem im günstigen Bereich, weil die große Heizfläche die Vorlauftemperatur nach unten zieht.
Das Haus läuft heute mit 28 bis 32 °C Vorlauftemperatur, je nach Außentemperatur. Zum Vergleich: Ein Bestandshaus mit Heizkörpern liegt im Winter üblicherweise bei 50 °C und darüber. Jedes Grad weniger Vorlauf bedeutet weniger Stromaufnahme für dieselbe Wärme.
Die Fenster wurden im Rahmen der Gesamtsanierung erneuert.
Förderung
Die alte Ölheizung war der Schlüssel: Für den Austausch einer funktionstüchtigen fossilen Heizung gibt es zusätzlich zur Grundförderung den Klimageschwindigkeitsbonus. Zusammen mit dem damals geltenden Effizienzbonus für das natürliche Kältemittel ergab das eine Förderquote von 55 Prozent.
Hinweis für heutige Interessenten:* Die Förderrichtlinie wurde zum 21.07.2026
geändert. Der Effizienzbonus ist entfallen, der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt seither 16 Prozent. Dieselbe Maßnahme käme heute auf 46 Prozent.
Ergebnis
Rund zwei Monate Bauzeit, fertig im Juni 2026. Ein Haus von 1968, das heute mit einer Vorlauftemperatur heizt, die man sonst aus dem Neubau kennt — ohne gedämmte Fassade, dafür mit der richtigen Heizfläche.

















