
Velbert
Einfamilienhaus von 1968, ca. 160 m²
Viessmann Vitocal 250-A, 13 kW
Ort: Velbert
Haus Typ: Einfamilienhaus
Baujahr: 1968
Beheizte Wohnfläche: ca. 160 m²
Anzahl Vollgeschosse: 2
Haushaltsgröße: 4 Personen
Dämmzustand: relativ gut
Wärmepumpe Typ: Viessmann Vitocal 250-A, 13 kW
Speicher: 300 l Pufferspeicher, 300 l Trinkwasserspeicher
Vorher: Erdgasheizung von 1987
Heizflächen: Heizkörper und Fußbodenheizung gemischt, zwei getrennte Kreise
Hydraulik: Einbindung nach Schweizer Hydraulik-Standard
Fertigstellung: März 2026
Ausgangssituation
Ein Einfamilienhaus von 1968 mit rund 160 Quadratmetern, zwei Vollgeschossen und vier Personen im Haushalt. Der Dämmzustand ist für das Baujahr gut. Im Keller stand eine Erdgasheizung von 1987 — ein Gerät, das zum Zeitpunkt des Austauschs fast vier Jahrzehnte gelaufen war.
Die Entscheidung für das Fabrikat kam vom Kunden: eine Viessmann Vitocal 250-A mit 13 kW.
Zwei Arten von Heizflächen in einem Haus
Die Besonderheit dieses Hauses liegt in der Wärmeverteilung: Es gibt sowohl Heizkörper als auch Fußbodenheizung. Solche Mischungen entstehen über die Jahrzehnte — ein Anbau bekommt Fußbodenheizung, das Bad wird saniert, der Rest bleibt beim Heizkörper aus der Bauzeit.
Für eine Wärmepumpe ist das keine Ausschlussbedingung, aber es ist auch nicht egal. Die beiden Systeme arbeiten in unterschiedlichen Temperaturbereichen: Eine Fußbodenheizung gibt ihre Wärme über eine große Fläche ab und kommt mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus, ein Heizkörper braucht mehr.
Genau deshalb wird vorab raumweise gerechnet statt pauschal geschätzt. Man muss wissen, welcher Raum welche Heizfläche hat, wie viel Wärme er braucht und welche Temperatur dafür nötig ist — sonst legt man das ganze Haus auf den ungünstigsten Raum aus und verschenkt in allen anderen Effizienz.
Vier Personen im Haushalt bedeuten außerdem einen realen Warmwasserbedarf. Der Trinkwasserspeicher fasst 300 Liter, der Pufferspeicher ebenfalls 300 Liter.
Die hydraulische Lösung: zwei Kreise statt eines Kompromisses
Der bequeme Weg wäre gewesen, beide Heizflächen an einen gemeinsamen Kreis zu hängen und die Vorlauftemperatur auf das zu legen, was die Heizkörper brauchen. Funktioniert — und heizt die Fußbodenheizung dauerhaft heißer, als sie es bräuchte. Jedes Grad zu viel kostet hier das ganze Jahr über Strom.
Gebaut wurde deshalb mit zwei getrennten Kreisen:
- Die Heizkörper laufen auf dem höheren Temperaturniveau, das sie brauchen.
- Die Fußbodenheizung bekommt einen eigenen Mischerkreis und wird auf ihrem deutlich niedrigeren Niveau gefahren.
Beides ist nach dem Schweizer Hydraulik-Standard eingebunden — also mit Stichanbindung und direkter Vorlaufführung statt des in Deutschland üblichen Schemas, bei dem der gesamte Volumenstrom durch den Speicher geführt wird. Der Unterschied klingt nach einem Detail für Fachleute, steht aber jedes Jahr auf der Stromrechnung: rund 15 Prozent weniger Stromverbrauch bei identischem Gerät und identischem Haus.
Das ist der Teil unserer Arbeit, der auf keinem Angebot als eigene Position auftaucht und den man dem fertigen Heizungsraum nicht ansieht. Er entscheidet trotzdem darüber, was die Anlage über zwanzig Jahre kostet.
Der Austausch: Aufbau vor Abriss
Das Projektfoto zeigt einen Moment, den man selten sieht: Das Wärmepumpen-Innengerät steht bereits im Technikraum, während die alte Anlage noch nicht ausgebaut ist. Links daneben der alte Warmwasserspeicher, der ebenfalls raus ist.
Das ist kein Zufall, sondern Ablaufplanung. Je kürzer die Zeitspanne zwischen „alte Heizung aus" und „neue Heizung läuft", desto weniger merkt der Haushalt vom Umbau. Ein Vier-Personen-Haushalt hat keine Woche Pause beim Warmwasser.
Zur Nachbarschaft
Im Vorfeld gab es Vorbehalte aus der Nachbarschaft — die gibt es bei Wärmepumpen-Projekten häufiger, meist bevor jemand ein Gerät im Betrieb gehört hat.
Nach der Installation ist es dabei geblieben: keinerlei Vorkommnisse. Die Nachbarschaft ist friedlich, es gab keine Beschwerden.
Wir halten es für richtig, solche Bedenken vorher ernst zu nehmen und bei der Wahl des Aufstellorts zu berücksichtigen — und die Beurteilung danach denen zu überlassen, die daneben wohnen.
Förderung
Für dieses Projekt wurde eine Förderquote von 55 Prozent erreicht: Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus für den Austausch der alten Gasheizung und der damals geltende Effizienzbonus.
Hinweis für heutige Interessenten:* Die Förderrichtlinie wurde zum 21.07.2026
geändert. Der Effizienzbonus ist entfallen, der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt seither 16 Prozent. Dieselbe Maßnahme käme heute auf 46 Prozent.
Ergebnis
Fertiggestellt im März 2026. Ein Haus von 1968 mit gemischten Heizflächen, vier Personen im Haushalt und einer fast vierzig Jahre alten Gasheizung — heute mit einer Wärmepumpe, die beide Heizsysteme auf ihrem jeweils richtigen Temperaturniveau bedient und dabei rund 15 Prozent weniger Strom braucht, als dasselbe Gerät im Standardschema brauchen würde.

















